- Ralph Poh
Ritter - Stephan – Platz
In der Klosterkirche Eußerthal findet man einen Stein aus dem 16. Jahrhundert, der in einem Wappenschild zweimal über-einander zwei verschlungene Hände zeigt. Unter diesem Wappen lesen wir die lateinische Inschrift: „Arma domini Steffani, stremi ac nobilis militis de Merlheim, qui fundat hoc monasterium anno 1148“ („Wappen des gestrengen Herrn und edlen Ritters Stephan von Mörlheim, der dieses Kloster im Jahre 1148 gründete“). Nach diesem in die Wand der ehemaligen Klosterkirche in Eußerthal eingelassenen Stein ist ein Ritter Stephan aus Mörlheim Gründer des ehemaligen Zisterzienserklosters in Eußerthal (= „im äußersten Tal“). Laut dem Historiker Frey soll Ritter Stephan zunächst eine Klostergründung in seinem Heimatort „Merlheim“ versucht haben, doch soll der Bischof Rapodo von Speyer als Standort Eußerthal festgelegt haben.
Mit der Klostergründung soll Ritter Stephan sein Gelöbnis, nach der glücklichen Heimkehr vom Kreuzzug ein Kloster zu gründen eingelöst haben.
Ritter Stephan gründete nicht nur das Kloster in Eußerthal. Er schenkte diesem Kloster auch seinen Hof sowie seine fruchtbaren Ländereien in Mörlheim, um die Menschen dort zu ernähren.
In einer undatierten Urkunde bestätigt Papst Eugen III. dem Abt Eberhard von Eußerthal und dem dortigen Konvent alle Schenkungen. Auch die Schenkung des Stephan von Mörlheim, seiner Frau Gepa sowie seiner Tochter Adegard ist dort dokumentiert. Die genaue Herkunft von Ritter Stephan bleibt im Dunkeln, er wird aber mit dem Geschlecht der Sponheimer in Verbindung gebracht. Diese Verbindung ist nicht abwegig, da Sponheimer Besitz und Sponheimer Interessen bei der Gründung von Eußerthal mitbestimmend waren.
Ritter Stephan und seine Gattin Gepa, die in allen Beurkundungen mitgenannt wird, wollten offensichtlich in der Frömmigkeitshaltung der damaligen Zeit ein Kloster als Stätte des Gebets für das Seelenheil gründen.
Der Zisterzienserorden entstand genau 50 Jahre vor der Gründung des Klosters in Eußerthal in Citaux in Burgund. Das klösterliche Leben basierte auf den Säulen „Gottesdienst“ (opus dei), „Lesen in der heiligen Schrift“ (lectio divina) und Handarbeit (labor manuum).
Stephan von Mörlheim und seine Gattin Gepa waren sicherlich angezogen von dem Ordensgeist „Porta patet – cor magis“ (Die Tür ist offen – das Herz weit mehr).
In Erinnerung daran soll dieser Platz „Ritter – Stephan – Platz“ heißen.
In leichter Sprache / Für Kinder:
Im 12. Jahrhundert lebte hier in Mörlheim eine Ritter – Familie. Ritter Stephan wollte nach seiner Rückkehr vom Kreuzzug in Mörlheim ein Kloster gründen. Dieser Ort wurde aber vom Bischof von Speyer nicht für ein Kloster genehmigt. Der Bischof schlug Ritter Stephan als Platz für das Kloster den Ort Eußerthal vor. Also gründete er dort das Kloster. Damit die Mönche im Kloster gut versorgt waren, schenkte Ritter Stephan diesem Kloster in Eußerthal auch seinen Hof in Mörlheim sowie die dazu gehörenden fruchtbaren Felder. Heute erinnern nur noch die Namen „Hofgasse“ und „Wachthausgasse“ und jetzt auch der „Ritter – Stephan – Platz“ in Mörlheim an diese Geschichte.